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Hintergrund

Ausgangspunkt dieses Buchs waren Notizen und Papiere, die ich im Verlauf meiner spirituellen Suche angefertigt habe, um meine Erfahrungen besser zu verstehen.

Für die meisten Menschen scheint fest zu stehen, wer sie sind. Sie gehen davon aus, dass sie im Inneren ein stabiles Ich oder Selbst besitzen würden. Normalerweise stellen sie diese fundamentale Annahme nicht in Frage. Was geschieht jedoch, wenn das eigene Ich innere Risse bekommt und das ganze Leben erfasst? Dann beginnt eine Gratwanderung zwischen spiritueller Krise und tiefen Einblicken in das eigene Bewusstsein.

Ich erinnere mich daran, dass ich zwölf Jahre alt war und im Wohnzimmer auf dem Sofa saß. Wieso gab es mich und alles andere überhaupt? Es hätte ja auch sein können, dass es nichts gibt und dann wäre ich nicht hier, wie auch niemand anderes. Was war der Sinn meines Lebens und wieso war die Welt so, wie sie war? Von unserem Pfarrer hatte ich einige Antworten erhalten, die mich aber nicht zufrieden stellten. Als ich mit 14 Jahren das erste Mal vom Buddhismus hörte, öffnete sich mir eine tiefe und seltsam vertraute Welt. Die Vorstellung, dass es möglich sein sollte, aus eigener Anstrengung Wissen und vielleicht auch Erleuchtung zu finden, erleichterte mich sehr. Einige Jahre später fand ich meinen ersten Lehrer, das war Osho. Weitere folgten aus unterschiedlichen Traditionen. Mit jedem neuen Lehrer erschien es mir so, als hätte ich endlich den direkten Weg zu Wahrheit und Erleuchtung gefunden.

1997 begegnete ich meinem ersten Satsang-Lehrer. Während eines Seminars öffnete sich mein Bewusstsein auf eine Weise, dass es mir erschien, als würde mein Selbst eine Illusion sein. Fortan lies ich mich von den Umständen treiben und war davon überzeugt, dass ich und alle Menschen von einer übergeordneten Instanz gelenkt werden. An dieser Vorstellung richtete ich die nächsten Jahre meines Lebens aus. Schließlich erkannte ich jedoch, dass ich auch als "Individuum" weiterhin existierte und dies immer getan habe. Damit war mein Weltbild erschüttert und ich stellte mir die Frage, worin die Natur meines Selbst in Wahrheit besteht.

Nachdem ich alleine nicht weiterkam, begegnete ich tatsächlich einem Lehrer, der meine Erfahrungen von unpersönlicher Leere und individueller Existenz in Einklang bringen und in einen übergreifenden Kontext stellen konnte. Demnach ist unser Selbst real und ewig und wird nicht einmal vom nondualen Erwachen berührt, das nur eine Dimension unseres Bewusstseins umfasst. Eine Schlüsselrolle kommt bei diesem Verständnis unseren Gefühlen zu. Zehn Jahre lang habe ich mich eingelassen und wichtige Antworten erhalten, aber auch Beeinflussung und Machtmissbrauch erfahren. Es dauerte eine Weile, um das zu verarbeiten.

Nach drei Jahrzehnten ist es mir schließlich gelungen, mein Leben zu stabilisieren und bei mir anzukommen. Auch wenn meine Reise natürlich weitergeht, weiß ich heute, dass unser Bewusstsein auch eine raum- und zeitlose Dimension beinhaltet, die für unser individuelles Dasein eine große Erleichterung und Freude darstellt. 

Ich vermute, dass einige Menschen ähnlich komplexe Erfahrungen gemacht haben und möglicherweise verwirrt sind darüber, wo sie sich gerade befinden. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, von meiner Suche zu berichten. Vielleicht ist dies für jemandem von Nutzen.

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